DNA-Genealogie


DNABildlizenz: GNU FDL
Originalbild: Michael Ströck

DNA Genealogie oder “Die sieben Töchter Evas”!?

Ich denke so frĂŒher oder spĂ€ter kommt wohl fast jeder Ahnenforscher beim googeln mal auf eine Website die ihm anbietet seine DNA zu analysieren und mehr ĂŒber seine Vorfahren preis zu geben.
Aber was bringt es mir, wie funktioniert es, was kostet es und ist das alles Sicher?

Ich habe mich mal auf die Suche begeben und meine Meinung dazu hier mal aufgeschrieben.

Die sieben Töchter EvasZu erst das Buch “Die sieben Töchter Evas” von Bryan Sykes (ISBN-13: 978-3404605156) bzw. das Original “Seven Daughters of Eve” von Bryan Sykes (ISBN-13: 978-0552152181).
Professor Bryan Sykes ist wohl einer der Pioneere der DNA-Genealogie. Das Buch ist in einem gut zu lesendem Stil geschrieben und beginnt mit der Geschichte, wir Bryan Sykes zur DNA-Forschung kam.
Über die AnfĂ€nge bei der Ötzi-Erforschung, ĂŒber die Blutgruppen bis hin zu den ersten Schritten in den DNA-Abgleichen beim Zar Nikolaus II. oder der Herkunftsanalyse der Polynesieschen Bevölkerung. Weiter geht es dann wie Speichelproben von tausenden EuropĂ€ern gesammelt wurden und ausgewertet und somit diverse Theorien aufgestellt wurden. Ein nette Wissensbereicherung …

Das Buch lĂ€sst sich wirklich sehr gut lesen und war auch fĂŒr mich als Laien gut verstĂ€ndlich und macht Lust auf mehr davon … und was ich auf jeden Fall durch das Buch gelernt habe ist – das wirklich alle heute lebenden Hamster von einem einzigen Weibchen aus Syrien abstammen … schon verrĂŒckt :-D

Es gibt aber noch ein paar weitere interessante BĂŒcher (siehe auch stern-Artikel weiter unten), die ich aber beide noch nicht gelesen habe!

Herkunft und Geschichte des Menschen

Herkunft und Geschichte des Menschen.
Was die Gene ĂŒber unsere Vergangenheit verraten

ISBN-13: 978-3833301308

Die Wege der Menschheit

Die Wege der Menschheit.
Eine Reise auf den Spuren der genetischen Evolution

ISBN-13: 978-3100894304

DNA also! Um sich mal ein gutes Bild ĂŒber Y-DNA und mtDNA zu machen, finde ich die Website des The Genographic Project eine super Referenz. Hier wird mit einer sehr guten Grafik die Entwicklung ĂŒber mehrere Generationen dargestellt oder ĂŒber die Anatomie unserer Gene gesprochen – leider alles in englisch.

Weiterhin gibt es aber noch diverse private Internetseite zum Thema. Hier einmal meine Favoriten!

Beide Seiten sind wirklich nett geschrieben und mal erhÀlt einen Einblick, was man so erfahren bzw. verbinden kann.

Aber auch die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen haben bereits einige Artikel ĂŒber DNA-Genelogie verfasst!

Zum Schluß sind dann natĂŒrlich auch noch die Webseiten, von DNA-Test-Anbietern, mit Datenbank, Geografischen Auswertungen usw. usw.

  • iGENEA Anbieter von DNA-Tests in verschiedenen Formen und Umfang. Bestimmung von Y-DNA und mtDNA und somit den Urstamm und die geographische Herkunft mit abschließendem Abgleich in einer Datenbank mit ca. 200.000 DatensĂ€tzen. Weiterhin gibt es Nachnamenprojekte in denen man nach ggf. genetisch Verwandten suchen kann.
  • Gen by Gen Anbieter von DNA-Test fĂŒr Y-DNA und mtDNA um damit die Abstammung einer Urmutter und der geographischen Herkunft des Urstammes herau zu finden.
  • The Genographic Project Ein Projekt des National Geographic zur Bestimmtung der Y-DNA und mtDNA und Darstellung der Völkerwanderung. Durch Sponsoring usw. sind die Test hier auch schon fĂŒr 99$ erhĂ€ltlich, allerdings muss man sich fĂŒr Y-DNA oder mtDNA entscheiden.
    Es wird auch nich einmal direkt darauf hingewiesen, dass es kein Genealogie-Projekt ist, sondern die Wanderungen und Entwicklungen der Bevölkerung darstellen soll und somit keine Ergebnisse oder Zertifikate wie bei anderen Anbietern erhÀlt!
  • Oxford Ancestors (englisch) Das Gen-Labor des Authors von “Die sieben Töchter Evas” – Bryan Sykes in Oxford. Auch hier werden alle Testvariationen durchgefĂŒhrt und die verschiedensten Ergbnisse können angefordert werden. Auch hier gibt es ein Nachnamenprojekt.
  • FamilyTreeDNA (englisch) Der englische Mutterkonzern hinter iGENEA mit entsprechend gleichen Leistungen.
  • YHRD – Y Chromosome Haplotype Reference Database (englisch) Datenbank von Y-Chromosomen Haplotypen um seinen eigenen Haplotypen zuordenen zu können.

Also – ein ganzer Pool an Informationen durch die man sich wĂŒhlen kann ;-)
Um es kurz zu fassen geht es in der DNA-Genealogie darum seine Urmutter, Urvater und ggf. die Herkunft der FamilienstrÀnge heraus zu finden.
Mit ein bisschen GlĂŒck, kann man somit dann Familien zu denen man keine gemeinsamen Vorfahren ĂŒber herkömmliche Wege, also KirchenbĂŒcher und Steuerlisten usw., keine Verbindungen bekommt, also eine Verwandtschaft herausfinden.

Aber selbst wenn es “nur” dazu dient mal zu erfahren, woher Urvater oder Urmutter kamen, welche Regionen waren es wo sie vor einigen tausend Jahren lebten, ist es schon eine faszinierende Sache.
Tja, und somit wĂ€ren wir dann auch schon beim Thema Preise! Nicht wirklich gĂŒnstig die ganze Geschichte, soviel steht schon mal fest. Die Tests gibt es in verschiedensten AusfĂŒhrungen, Y-DNA, mtDNA, beide Tests zusammen, dann noch alles in verschiedenen AusfĂŒhrungen, 12 Marker, 37 Marker oder 67 Marker. Und somit kann man Analysen von 100 Euro bis zu 700 Euro machen lassen.

Zum Schluß gibt es dann noch das Thema Sicherheit! Was passiert mit den Daten, bekommen wohmöglich dritte Einsicht darin – oder was könnte man damit anstellen?!
Die Daten werden wohl immer in entsprechenden Einrichtungen ausgewertet und die Daten an den Antragsteller ausgehĂ€ndigt, bzw. ein Abgleich zur Datenbank gegeben um ggf. Verbindungen zu entfernten Verwandtet zu finden. Man kann sich jetzt wohl darĂŒber streiten, ob soetwas schon zu viel des Guten wĂ€re, oder noch im Rahmen und man den Laboren trauen kann? Ich fĂŒr meinen Teil halte es fĂŒr ok meine DNA zu einem Test zu VerfĂŒgung zu stellen und danach darĂŒber auch Kontakt zu anderen zu erhalten – schließlich ist es ja auch das was man möchte – Kontakt zu anderen FamiliennamenstrĂ€gern!

FĂŒr mich steht jetzt auch fest, ich möchte einen Test machen! Meine Wahl wird wohl auf iGENEA (Plus-Kombi) fallen, da mir dort der Umfang und die anschließende Datenanalyse/Datenbank usw. recht gut gefallen und der Preis noch recht ok ist!
Nun, denn – wenn der Weihnachtsmann dieses Jahr noch etwas dazu beisteuert, kann ich hier schon bald von meinen Ergebnissen berichten!

Vielleicht nicht ganz zum Thema, aber ich habe mal irgendwo ein Zitat von Jim Carrey gelesen in dem er sagt “Hinter jedem großem Mann, steht eine Frau die mit den Augen rollt!“.
Ich will mich zwar nicht als “groß” bezeichnen, aber ich kann mir durchaus gut vorstellen, wie meine Frau Christina bei dem Thema mit den Augen rollt … :-D Also, Schatz wenn du das hier einmal liest, freue ich mich auf deinen Kommentar!


10 Antworten zu “DNA-Genealogie”

  1. Hallo Timo,

    Habe gerade Deinen interessanten Bericht zur Ahnenforschung via DNS gelesen.
    Ich muß Dich allerdings etwas korrigieren. Bei dem Genographic Project bekommst Du genauso wie bei iGenea und FamilyTreeDNA Dokumente zugeschickt.Und zwar von FamilyTreeDNA, denn die sind das beauftragte Institut fĂŒr’s Genographic Project. Bei Genographic bekommst Du einen
    12-Marker Test, wenn Du auf Y-Chromosomen untersuchen lĂ€sst. Meinen lasse ich gerade auf 37 Marker erweitern, was natĂŒrlich auch möglich ist. Dann direkt bei FamilyTreeDNA.

    Ich hoffe, daß Dir die extra Info weiter hilft,
    Viele GrĂŒĂŸe aus Irland,
    Dirk

  2. Hallo Dirk!

    Vielen Dank fĂŒr deine Information. Da hab ich es wohl etwas falsch interpretiert, bzw. falsch wieder gegeben. Aber so wie du es schreibst klingt es ja wieder recht interessant.

    Werde mich dazu aber noch direkt bei dir melden :-D
    GrĂŒĂŸe nach Irland!

  3. Hallo Timo

    super gemacht! Danke dafĂŒr, dass du einen Link auf meine Seite gesetzt hast. Bei der nĂ€chsten Aktualisierung meiner Seite werde ich auch einen Link auf deine Seite setzen. Ich bin heute erst durch die Mail-Liste auf deine Seite aufmerksam gemacht worden.

    Gruß

    Hans-Hermann

  4. Hallo Timo,

    vielen Dank fĂŒr Deinen Hinweis in der List. Deine Seite gibt eine schöne Übersicht ĂŒber das Thema dar und man findet ĂŒber die Literaturhinweise einen guten Einstieg in das Thema.

    Gruss
    Roman

  5. Hallo Timo,

    Dein Blog ist sehr gelungen, jetzt fehlt nur noch eine entsprechende Seite ĂŒber DNA-Genealogie im GenWiki.
    Als ErgĂ€nzung zu Deiner AufzĂ€hlung der DNA-Datenbanken wĂ€re noch “Ysearch.org” zu erwĂ€hnen. Diese zweite Datenbank von FamilyTree DNA, bietet nĂ€mlich auch fĂŒr alle an anderen Instituten ausgewerteten DNA-Proben einen kostenlosen Eintrag an. – Das ist sehr sinnvoll, da die verschiedenen Datenbanken ja nicht miteinander verknĂŒpft sind.

    Gruß Klaus

  6. Hallo Timo,

    Habe mich vor fast 2 Monaten (11.2007) auch entschlossen einen 37 Marker Test (Plus-Kombi) bei Igenia.com durchzufĂŒhren. Ergebnisse kamen nach 6 Wochen. Wahrscheinlich wie bei vielen – keine direkten Ergebnisse. Also hab ich mich auf die Suche nach FamiliennamenstrĂ€ger (“Ysearch.org” – öffentliches kostenloses Projekt von FamilyTreeDNA um die Daten der verschiedenen DNA Gesellschaften in eine Datenbank zu fĂŒhren) gemacht und bin auch sehr schnell auf Ergebnisse gekommen.

    Fast gleicher Nachname – gleiche Haplogruppe – 23 von 37 Markern gleich. Also schnell mal kurz vor Weihnachten Kontakt mit meinem Namensvetter in den USA aufgenommen. Er hat seine Vorfahren beschrieben – ich meine – also Gedcom gesandt.

    Ich habe eine Anfrage an Igenia gestellt, ob es evtl. Gemeinsamkeiten geben könnte – von dort nur die unqualifizierte Antwort erhalten, das kein Zugriff von Igenia.com auf “Ysearch.org” möglich sei.

    Parallel hat mein Namensvetter die gleiche Anfrage an FamilyTreeDNA (der Muttergesellschaft von Igenia) gestellt und eine qualifizierte Antwort erhalten.

    In comparing 25 markers, the probability that Mr. xxx Jacobs and Mr. xxx Jacob shared a common ancestor within the last…
    4 generations is 8.21%
    8 generations is 29.91%
    12 generations is 53.29%
    16 generations is 71.6%
    20 generations is 83.81%
    24 generations is 91.19%

    Eine Generation sind hierbei 25 Jahre.

    Eine schöne Antwort fĂŒr uns beide, den jetzt können wir beide mit einem anderen Blickwinkel unsere Forschung vertiefen.

    Schwach empfinde ich die unterschiedlichen Antworten der Mutter und Tochter Gesellschaft. Also, wer der englischen Sprache gut mĂ€chtig ist – doch lieber ĂŒber die FamilyTreeDNA in den USA gehen.

    Rainer

    PS.: Sollte man nicht eine Mailingliste unter dem Dach von http://list.genealogy.net/mailman/listinfo
    grĂŒnden. Ich, als AnfĂ€nger, wĂŒrde mich gerne noch anders als ĂŒber einen Blog austauschen.

  7. Ich bin neu in der Community der Ahnenforscher und wĂŒrde mich freuen, nach meinen Ergebnissen, mit euch in Verbindung zu treten.

    Liebe GrĂŒsse Anna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darĂŒber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.